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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Die russischen Angriffe konzentrieren sich verstärkt auf die Energieinfrastruktur der Ukraine.
  • Wolodymyr Selenskyj wirft Wladimir Putin daher Energieterror vor.
  • 40 Prozent des Energiesystems seien bereits "schwer beschädigt".

Die Ukraine wirft Russland vor, "Energieterror" zu betreiben – mit doppeltem Kalkül. Moskau wolle mit seinen Angriffen auf die Energie-Infrastruktur Menschen in Dunkelheit, Kälte und Angst stürzen, hieß es in Kiew. So sollen möglichst viele Flüchtlinge in die EU getrieben werden, um dort dann die Lage zu destabilisieren.

Inzwischen seien vierzig Prozent des Energiesystems "schwer beschädigt", sagte Wolodymyr Selenskyj bei einem Treffen mit EU-Energiekommissarin Kadri Simson in Kiew.

Der ukrainische Präsident hofft, mit Hilfe der EU das Energienetz noch vor dem Winter wieder aufbauen zu können. Die EU-Kommission solle dabei eine koordinierende Rolle einnehmen. "Wir werden alles tun, um die Menschen in diesem Winter mit Strom und Wärme zu versorgen", versprach er am 1. November in seiner täglichen Videoansprache.

Russland werde alles tun, "um die Normalität des Lebens zu zerstören", die Kosten des "Energieterrors" seien dabei egal. Selenskyj rechnete vor, dass der jüngste Raketen- und Drohnenangriff "den Gegenwert von 2,3 Millionen durchschnittlichen russischen Renten gekostet" habe. "Und das nur für einen Angriff."

Selenskyj: EU-Kommission soll koordinieren

Bei der Wiederherstellung der Energie-Infrastruktur seines Landes sollte die EU-Kommission eine koordinierende Rolle spielen, regte Selenskyj an. Er erinnerte an die Ukraine-Kontaktgruppe, das sogenannte Ramstein-Format, in dem die Unterstützerländer ihre Rüstungshilfe koordinieren. Für Wirtschaft und Energie sollte es ebenfalls ein "Ramstein" geben, sagte er laut Medienberichten. "Ich bin sicher, dass wir alles wiederherstellen werden", so Selenskyj.

Der Brüsseler Behörde zufolge werden in den kommenden Tagen unter anderem die Kommission und das ukrainische Energieministerium zusammen eine Kampagne starten, um weitere Unterstützung aus dem Privatsektor zu mobilisieren.

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa
  • eigene Recherche