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Das Wichtigste in Kürze:

• Die Lecks an den Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 könnten ein Akt der Sabotage sein.
• Der EU-Außenbeauftragte kündigte an, dass eine vorsätzliche Störung "mit einer robusten und gemeinsamen Reaktion beantwortet" werde.
• Zudem werde man Schritte unternehmen, um die Energiesicherheit robuster zu machen.

Die Europäische Union hält Sabotage als Ursache für die Lecks an den Gaspipelines Nord Stream 1 und 2 für wahrscheinlich und hat mit Gegenmaßnahmen gedroht. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen schrieb auf Twitter, dass sie Sabotage für möglich halte. "Es ist von größter Wichtigkeit, die Vorfälle jetzt zu untersuchen und vollständige Klarheit über die Ereignisse und die Gründe zu erhalten", so von der Leyen. Jede vorsätzliche Störung sei "inakzeptabel" und werde die "stärkste Reaktion" nach sich ziehen.
Auch EU-Außenbeauftragte Josep Borrell sagte am Mittwoch (28. September) im Namen der 27 Mitgliedstaaten in Brüssel, dass "alle verfügbaren Informationen" darauf hindeuten, dass "diese Lecks das Ergebnis einer vorsätzlichen Handlung sind". Jede vorsätzliche Störung der europäischen Energieinfrastruktur sei völlig inakzeptabel und werde "mit einer robusten und gemeinsamen Reaktion beantwortet werden".

Drei Lecks an den Gaspipelines entdeckt

Insgesamt drei Lecks waren – nach einem ersten Druckabfall in der Nacht zum Montag – sowohl in einer der Röhren von Nord Stream 2 wie auch in beiden Röhren der Nord-Stream-1-Pipeline entdeckt worden. Bereits am Dienstag war in Polen, Schweden, Dänemark und Russland ein Anschlag auf die europäische Gasinfrastruktur als Ursache für die als beispiellos geltenden Schäden an beiden Pipelines als für denkbar gehalten worden. Auch aus Sicht deutscher Sicherheitskreise sprach vieles für Sabotage. Sollte es sich um einen Anschlag handeln, würde angesichts des Aufwands nur ein staatlicher Akteur infrage kommen, hieß es.

Borrell: "Diese Vorfälle sind kein Zufall und gehen uns alle an"

Borrell nannte in der Erklärung keinen Verdacht, wer hinter einem möglichen Sabotageakt stecken könnte. Der Spanier sagte jedoch, dass man über die Schäden an den Pipelines sehr besorgt sei. "Diese Vorfälle sind kein Zufall und gehen uns alle an." Man werde jede Untersuchung unterstützen, die darauf abziele, Klarheit über die Vorgänge zu erlangen. Zudem werde man Schritte unternehmen, um die Energiesicherheit robuster zu machen.

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