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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Britische Geheimdienste schätzen die russische Armee als enorm geschwächt ein.
  • In einem Bericht ist von schweren Verlusten die Rede, von welcher sich die Truppen nicht erholt hätten.
  • Erst am Montagabend verkündete der ukrainische Präsident Selenskyj Erfolge seiner Armee.

In einem Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums hieß es am Dienstag, dass es insbesondere in der Anfangsphase des Krieges schwere Verluste gegeben habe, von denen sich die Truppen nicht erholt hätten. Betroffen sei etwas die Erste Gardepanzerarmee. Teile dieser Einheit, die zu den prestigeträchtigsten des russischen Militärs gehöre, hätten sich in der vergangenen Woche aus der Region Charkiw zurückgezogen.

Im Fall eines Krieges gegen die Nato sei vorgesehen, dass die Erste Gardepanzerarmee eine führende Rolle übernehme. Durch die Verluste sei die konventionelle Kampfstärke Russlands gegen die Nato jedoch deutlich geschwächt. Es werde Jahre dauern, um diese wieder aufzubauen, hieß es.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit Beginn des russischen Angriffskriegs Ende Februar jeden Tag Informationen zum Kriegsverlauf. Aus Moskau kommt gegen London deshalb der Vorwurf einer gezielte Desinformationskampagne vor.

Ukrainische Armee kann Erfolge verzeichnen

Erst am Montagabend hatte der Präsident der Ukraine, Wolodymyr Selenskyj, große Erfolge seiner Armee verkündet. Man habe seit Anfang September mehr als 6000 Quadratkilometer Land von den russischen Besatzern zurückerobert.

Nach ihrer Niederlage in der Region bei Charkiw ziehen sich Russlands Truppen laut ukrainischen Angaben auch aus ersten Orten im Nachbargebiet Luhansk zurück. Der ukrainische Militärgouverneur von Luhansk, Serhij Hajdaj, sagte am Dienstag: "Heute ist (die Kleinstadt) Kreminna völlig leer" und weiter: "Es gibt keine Polizei, keine Kommandantur, keine Staatsanwaltschaft – es gibt niemanden mehr, sie sind alle weggelaufen." Unabhängig überprüft werden konnten diese Aussagen zunächst nicht.

Unter dem Druck der ukrainischen Gegenoffensiven hatte sich Russlands Armee am vergangenen Wochenende aus dem Gebiet Charkiw zurückziehen müssen. Kiew will nun mithilfe westlicher Waffen auch die besetzten Teile der angrenzenden Regionen Luhansk und Donezk zurückerobern. Im Julia hatte Russland die vollständige Einnahme von Luhansk vermeldet. In Donezk halten die Ukrainer eigenen Angaben zufolge derzeit rund 40 Prozent des Gebiets.