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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Noch immer ist unklar, wer die Zwischenwahlen in den USA gewonnen hat.
  • Aktuell liegen die Republikaner sowohl im Senat als auch im Repräsentantenhaus vorne.
  • Doch in drei Bundesstaaten steht das Ergebnis noch nicht fest.

Die Midterm-Wahlen in den USA haben sich auch am Tag danach weiterhin als Hängepartie erwiesen. Nach Zählung der Nachrichtenagentur AP war die Frage, wer künftig die Mehrheit in den beiden Kongresskammern hält, auch am Mittwochabend (9. November) noch nicht endgültig entschieden. Demnach waren für das Repräsentantenhaus zu diesem Zeitpunkt 207 republikanische und 184 demokratische Wahlsieger ausgerufen - 218 Sitze werden für eine Mehrheit benötigt. Im Senat, wo rund ein Drittel der 100 Sitze zur Wahl stand, war das Rennen noch knapper. Dort führten die Republikaner nach Zählung der AP mit 49 zu 48 Sitzen.

Ausgang der US-Wahlen immer noch offen

Bei entscheidenden Rennen, wie den Wahlen um das Gouverneursamt und die Senatssitze für Arizona und Nevada, war am Mittwochabend noch keine Entscheidung verkündet. Dort wurden weiter Stimmen ausgezählt, einschließlich Briefwahlstimmen. Im Senatsrennen in Arizona ging der zwischenzeitliche Vorsprung der Demokraten jedoch zurück. Es könnte noch Tage dauern, bis in den engeren Rennen klar ist, wer gewonnen hat. Das Senatsrennen zwischen dem demokratischen Amtsinhaber Raphael Warnock und seinem republikanischen Herausforderer Herschel Walker in Georgia etwa wird in einer Stichwahl erst am 6. Dezember entschieden.

Unter jenen, die am Mittwoch noch späte Erfolge feiern durften, war die demokratische Repräsentantenhausabgeordnete Jahana Hayes in Connecticut, die 2018 zur ersten schwarzen Frau wurde, die ihren Heimatstaat im Kongress repräsentierte. Oder der Demokrat Gabe Vasquez, dessen Sieg die bisherige Repräsentantenhausabgeordnete für den 2. Kongressbezirk in New Mexico, die Republikanerin Yvette Herrell, in dem engen Rennen eingestand.

Demokraten schneiden besser ab als erwartet

Zu knapp, um bereits Sieger auszurufen, waren dagegen einige Rennen um Sitze im Repräsentantenhaus in Kalifornien, die darüber entscheiden könnten, ob die Republikaner die Mehrheit in der Kongresskammer erringen oder diese bei den Demokraten bleibt.

Unterm Strich schnitten die Demokraten bei den landesweiten Wahlen besser ab als zuvor erwartet. Statt einen "roten Tsunami", also einen erdrutschartigen Sieg, zu feiern - Rot ist die Parteifarbe der Republikaner - rückte in der Partei des früheren Präsidenten Donald Trump teils die Frage nach der "Qualität der Kandidaten" ins Zentrum. Offen war, was das hinter den Erwartungen zurückbleibende Abschneiden seiner Partei für die Unterstützerbasis Trumps und dessen eigene Ambitionen bedeuten wird.

Sein ehemaliger Berater Jason Miller, der den Wahlabend mit Trump in dessen Club Mar-a-Lago in Florida verbracht hatte, riet Trump bereits, seine erwartete Bekanntgabe seiner erneuten Kandidatur fürs Weiße Haus zu vertagen, bis die Stichwahl um den Senatssitz Raphael Warnocks in Georgia entschieden ist, die über die künftigen Mehrheitsverhältnisse im Senat entscheiden könnte.

Biden: Es gab keine große, rote Welle

Präsident Joe Biden bescheinigte seiner Partei derweil ein gutes Wahlergebnis - trotz des Umstands, dass der Verlust der Mehrheit in beiden Kongresskammern noch möglich war. "Die Demokraten hatten eine starke Nacht", sagte er am Mittwoch bei einer Rede im Weißen Haus. "Während die Presse und die Experten eine große, rote Welle vorhersagten, ist sie nicht passiert."

Rund ein Drittel der 100 Sitze im Senat standen bei den Midterms zur Abstimmung und alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus. Dazu kamen noch Abstimmungen über Gouverneure in 36 US-Staaten sowie über zahlreiche andere Ämter.

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa