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Das Wichtigste in Kürze:

  • Russland wird die Lufthoheit im Ukraine-Krieg nicht mehr gewinnen, heißt es aus London.
  • Britische Geheimdienst-Experten meinen die Gründe zu kennen.
  • Das britische Verteidigungsministerium hatte Russland schon vor einigen Wochen unter Druck gesehen.

Im Video: Ukraine meldet massive Verluste auf russischer Seite

Russland kann die Verluste an Flugzeugen beim Angriffskrieg in der Ukraine nicht ausgleichen. So lautet die Einschätzung britischer Geheimdienst-Experten. "Die russischen Flugzeug-Verluste übersteigen wohl ihre Fähigkeit neue Flugwerke herzustellen erheblich", hieß es im täglichen Update des britischen Verteidigungsministeriums zum Ukraine-Krieg am 7. November. Auch die lange Zeit, die zur Ausbildung kompetenter Piloten notwendig sei, drossle die Fähigkeit Moskaus, seine Luftwaffen-Kapazitäten zu regenerieren.

LONDON: KEINE WENDE IN SICHT

Die russischen Streitkräfte hätten seit Beginn der Invasion den Verlust von 278 Flugzeugen zu beklagen, so ukrainische Angaben. Das sind laut den Briten doppelt so viele wie in Afghanistan. "Wir können diese Zahlen nicht verifizieren", hieß es. "Aber das anhaltende Fehlen russischer Lufthoheit wird wahrscheinlich verstärkt durch schlechtes Training, den Verlust erfahrener Crews und erhöhte Risiken durch enge Luftunterstützung in mit engmaschiger Luftabwehr ausgestatteten Zonen." Das werde sich wohl in den kommenden Monaten nicht ändern.

Der russische Angriffskriegs gegen die Ukraine hat am 25. Februar 2022 begonnen. Seitdem veröffentlicht das britische Verteidigungsministerium täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Die Regierung will damit der russischen Darstellung entgegentreten und Verbündete bei der Stange halten. Moskau wirft London eine Desinformationskampagne vor.

LONDON: RUSSISCHE LUFTHOHEIT - FEHLANZEIGE

Basierend auf Geheimdiensterkenntnissen hatte das Verteidigungsministerium in London schon vor rund zwei Monaten mitgeteilt, dass die russische Luftwaffe im Krieg gegen die Ukraine zunehmend unter Druck gerate. In den vergangenen zehn Tagen habe Russland offensichtlich vier Kampfjets verloren und damit insgesamt 55 Maschinen seit Beginn des Angriffs Ende Februar, hieß es am 19. September.

London führte den Anstieg der Verluste teilweise darauf zurück, dass die russische Luftwaffe ein größeres Risiko eingehe, um Bodentruppen unter dem Druck ukrainischer Vorstöße aus nächster Nähe zu unterstützen. Hinzu komme das schlechte Situationsbewusstsein russischer Piloten, hieß es. Einige Flugzeuge seien wegen der sich schnell bewegenden Front über ukrainisch kontrolliertem Gebiet in dichtere Luftverteidigungszonen geraten. "Russlands andauernder Mangel an Luftüberlegenheit bleibt einer der wichtigsten Faktoren, die die Fragilität seines operativen Designs in der Ukraine untermauern", betonte das Ministerium. Während der russische Präsident Wladimir Putin demnach immense Verluste an Flugzeugen zu beklagen hat, lobte der ukrainische Präsident zuletzt die Flugabwehr seines Landes.

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