Der Münchner Kardinal Reinhard Marx hat die Entscheidung zu weihnachtlichen Präsenzgottesdiensten in der Corona-Pandemie verteidigt. «Wir haben uns das gut überlegt. Die Pfarrgemeinden bereiten seit Wochen die Gottesdienste intensiv vor und setzen die Auflagen mit großem Engagement um», sagte der Erzbischof von München und Freising dem «Münchner Merkur» vom Donnerstag. «Wir sind in einer anderen Situation als an Ostern, als wir nichts wussten über die Krankheit und auch noch keine überzeugenden Hygienekonzepte hatten.»

Allerdings müsse jeder für sich entscheiden, ob er zum Gottesdienst komme. «Ich sehe auch die vielen, die gerade in dieser Zeit hungern nach einer Begegnung, nach einem Gottesdienst, nach der Feier der Eucharistie. Man darf nicht unterschätzen, dass das eine Quelle der Hoffnung und des Trostes ist für viele Menschen. Das wollen wir auf jeden Fall ermöglichen.»

Die katholischen Bischöfe in Bayern hatten sich bei der Staatsregierung vergeblich dafür eingesetzt, für Christmetten Ausnahmen von den verschärften Ausgangsbeschränkungen ab 21.00 Uhr zu ermöglichen - dabei dürfen Bürger das Haus nur in Ausnahmefällen, wie medizinischen Notfällen, verlassen. «Es schien uns schwer zu vermitteln, warum um 19.00 Uhr ein Gottesdienst sein kann, ab 21.00 Uhr aber nicht mehr», so Marx. Es sei auch darum gegangen den Ablauf des Heiligabends zeitlich zu entzerren und mehrere Gottesdienste auf den Abend zu verteilen.