- Bildquelle: Uncredited/AP/dpa © Uncredited/AP/dpa

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Massenproteste im Iran halten weiter an.
  • Die Polizei versucht nun einem Bericht zufolge auch mit Drohnen, die systemkritischen Proteste unter Kontrolle zu bringen.
  • Es wird befürchtet, dass das Regime das Militär einsetzen könnte, um bei den Protesten wieder die Oberhand zu gewinnen.

Laut einem Medienbericht setzt die iranische Polizei Drohnen ein, um die systemkritischen Proteste zu kontrollieren. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim, welche als Sprachrohr der iranischen Revolutionsgarden gilt, sollen die Drohnen insbesondere den Spezialeinheiten dabei helfen, das Geschehen während der Demonstrationen effektiver zu beobachten und auch um von Demonstrant:innen selbstgebastelte Bomben finden zu können. Um welche Drohnen es sich handelt, machte die Nachrichtenagentur nicht öffentlich.

Iranische Polizei wirft Demonstrant:innen Gewalt vor

Polizei und Sicherheitskräfte behaupten indes, die Demonstrant:innen hätten vermehrt mit Molotowcocktails öffentliche Einrichtungen in Brand gesetzt. Zudem seien einige von ihnen bewaffnet und hätten in den vergangenen Wochen mindestens 27 Sicherheitskräfte getötet. Diese Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen. Beobachter:innen sehen Gewaltbereitschaft aufseiten der Demonstranten jedoch als eine Reaktion auf das brutale Vorgehen der Polizei.

Die Proteste ausgelöst hatte der Tod der 22 Jahre alten iranischen Kurdin Mahsa Amini Mitte September. Sie war von der Sittenpolizei wegen eines Verstoßes der strengen Kleiderordnung festgenommen worden und starb kurze Zeit später. Seit Wochen halten die Massenproteste im Iran gegen den autoritären Kurs der Regierung nun schon an.

Die Vereinten Nationen zeigten sich zuletzt "zunehmend besorgt" über Berichte von toten Demonstrant:innen. "Wir verurteilen alle Vorfälle, die den Tod oder ernste Verletzungen von Protestierenden zur Folge haben, und betonen erneut, dass Sicherheitskräfte alle nicht notwendige oder unangemessene Gewalt gegen friedliche Demonstranten unterlassen müssen", so ein UN-Sprecher am Freitag (Ortszeit) in New York.

Sorge vor drastischeren Mitteln des Regimes

Bislang hat der Sicherheitsapparat es nicht geschafft, die Proteste unter Kontrolle zu bringen. Es wird daher befürchtet, dass die iranische Führung demnächst auch das Militär und die Revolutionsgarden gegen die Demonstranten einsetzen könnte.

Die Regierung selbst macht unter anderem die USA und Israel für die Unruhen verantwortlich. Diese hätten im Iran Söldner angeheuert, um das islamische Herrschaftssystem zu schwächen. Die Forderung der Bürger:innen nach mehr Freiheit wurde derweil als ausländische Verschwörung abgetan - und ignoriert.

Verwendete Quelle:

  • Nachrichtenagentur dpa