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DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE:

  • Der Medienmogul Rupert Murdoch wendet sich offenbar von Donald Trump ab.
  • Viele Republikaner machen den Ex-Präsidenten für die Wahlschlappe bei den Midterms verantwortlich.
  • Anstelle von Trump setzt das Murdoch-Imperium nun auf Ron DeSantis als neuen Hoffnungsträger der Konservativen. 

Lange Zeit standen die Medien von Rupert Murdoch fest an der Seite von Donald Trump. Es war eine Verbindung, von der beide Seiten deutlich profitierten. Trump bekam auf dem Murdoch-Sender "Fox News" oder Zeitungen wie der "New York Post" wertvolle PR und sorgte dort im Gegenzug für Top-Einschaltquoten und Auflagen für den australischen Medienmogul.

Doch nach dem überraschend schwachen Abschneiden der Republikaner bei den US-Zwischenwahlen weht ein anderer Wind. Das Murdoch-Medienimperium rückt offenbar ab von Trump. Sogar deutliche Kritik ist an dem ehemaligen US-Präsidenten zu hören. Das "Wall Street Journal" bezeichnete Trump nach den Midterms gar als den "größten Verlierer der Republikanischen Partei".

DeSantis ist der neue Hoffnungsträger 

Anstelle von Trump versuchen die Murdoch-Medien nun offenbar, Ron DeSantis als neuen Hoffnungsträger der Republikaner aufzubauen. Der Gouverneur von Florida war bei den Midterms mit deutlicher Mehrheit wiedergewählt worden.

So heißt es beispielsweise bei "Fox News": "Der größte Gewinner der Midterms war ohne Zweifel Gouverneur DeSantis, dessen Erdrutschsieg im Bundesstaat Florida atemberaubend war", schrieb Fox-News-Kolumnistin Liz Peek. "Der größte Verlierer? Donald Trump." Die "New York Post" veralberte Trump gleichzeitig mit einer wenig schmeichelhaften Karikatur.

Und wie reagierte Trump? Er teilte selbst aus gegen die Murdoch-Presse: "Für mich war Fox News immer weg", schrieb der Ex-Präsident trotzig auf seiner Online-Plattform Truth Social. Klar ist, ohne die Unterstützung von Murdoch wird es schwer für Trump, erneut US-Präsident zu werden. Eine Entscheidung, ob der 76-Jährige überhaupt erneut antritt, will Trump in der kommenden Woche verkünden.

Stefanik will Trump als Kandidaten der Republikaner

Trump hat inmitten wachsender Kritik aus den eigenen Reihen nach den eher durchwachsenen Zwischenwahlergebnissen seiner Partei nun Rückendeckung von einer ranghohen Republikanerin bekommen. Elise Stefanik, die Vorsitzende der sogenannten Republican Conference im Repräsentantenhaus und damit Teil der Fraktionsführung, sprach sich am Freitag für eine erneute Präsidentschaftskandidatur Trumps im Jahr 2024 aus. Für sie sei "sehr klar", dass er der Anführer der Republikanischen Partei sei, teilte Stefanik mit. Es sei an der Zeit, dass sich die Partei hinter dem populärsten Republikaner in Amerika versammele, der eine belegte Erfolgsbilanz konservativer Regierungsführung vorzuweisen habe.

Mit ihrer Fürsprache für den Ex-Präsidenten scheint Stefanik unter führenden Republikanern alleine da zu stehen. Viele Parteigranden sehen die Aussicht auf einen erneuten Einstieg Trumps ins Rennen ums Weiße Haus skeptisch. Nicht wenige machen die Trump-Schützlinge für das unerwartet schwache Abschneiden der Partei verantwortlich.

Statt einer "roten Welle" - die Farbe der Republikaner - dürften für die Partei bei den Zwischenwahlen allenfalls moderate Zugewinne im Repräsentantenhaus herausspringen. Welche Partei künftig die Mehrheit in der Kammer sowie im Senat haben wird, war am Freitag indes noch unklar, da vielerorts in engen Rennen noch die Stimmenauszählung im Gange war.

Verwendete Quellen:

  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur dpa