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Rund 43 Prozent der Flüchtlinge, die in Deutschland als unbegleitete Minderjährige betreut werden, sind nach einem Zeitungsbericht offiziell älter als 18 Jahre. Zum Stichtag 8. November seien von den 55 890 Migranten in jugendhilferechtlicher Zuständigkeit 24 116 sogenannte junge Volljährige gewesen, schreibt die Zeitung «Die Welt» unter Berufung auf Angaben des Bundesfamilienministeriums. Sie bleiben über das 18. Lebensjahr hinaus in der Jugendhilfe, wenn ihre Betreuer und die Jugendämter einen besonderen Bedarf feststellten.

Nach Schätzungen von Betreuern dürften auch unter den als minderjährig eingestuften Flüchtlingen viele bereits volljährig sein, heißt es in dem Bericht weiter. Dass es vielen jungen Schutzsuchenden gelinge, mit einem niedrigeren Alter registriert zu werden, habe zwei Gründe: Zum einen fehlten bei den meisten Ankommenden Ausweispapiere, mit den sich die Behauptungen zum Alter kontrollieren ließen. Zum anderen werde das Alter zumeist nur durch Inaugenscheinnahme durch die Jugendämter festgestellt und nur selten durch verlässliche Methoden.