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Die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognose überraschend deutlich angehoben und rechnen mit einem robusten Aufschwung. In ihrem am Donnerstag veröffentlichten Frühjahrsgutachten gehen die Forscher in diesem Jahr von einem Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent aus. Bankvolkswirte erwarten aktuell für dieses Jahr ein niedrigeres Wachstum von 1,6 Prozent.
Damit kommt die Konjunktur viel stärker in Schwung als die Institute noch im vergangenen Herbst erwartet hatten. Damals waren sie nur von einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,2 Prozent ausgegangen.

Konjunktur gewinnt an Schwung

Während die Konjunktur aktuell massiv an Schwung gewinnt, dürfte sie nach Einschätzung der Institute im kommenden Jahr allerdings wieder abflauen. Sie haben zwar für 2016 die Wachstumsprognose ebenfalls nach oben gesetzt, sie erwarten aber nur Plus von 1,8 Prozent. Als Begründung hieß es, dass im kommenden Jahr zwei wesentliche Triebfedern für den Aufschwung an Kraft verlieren. In diesem Jahr entfalten der günstige Ölpreis und der niedrige Euro noch ihre volle Wirkung, werden im kommenden Jahr aber an Einfluss verlieren.

Preise werden stärker steigen

Mit dem Aufschwung werden nach Einschätzung der Forscher auch die Preise stärker steigen. Die neuen Prognosen aus dem Frühjahrsgutachten zeigen aber: Von Inflationsgefahr kann in Deutschland trotz der Geldschwemme der Europäischen Zentralbank (EZB) keine Rede sein. Demnach soll die Inflationsrate in diesem Jahr bei 0,5 Prozent liegen und im kommenden Jahr auf 1,3 Prozent steigen.
Eine weiter positive Entwicklung erwarten die Forscher auf dem Arbeitsmarkt. Ihrer Einschätzung nach wird die Arbeitslosenquote in diesem Jahr bei 6,3 Prozent liegen und im kommenden Jahr auf 5,9 Prozent fallen.

Verbesserung der Staatsfinanzen

Die günstige konjunkturelle Entwicklung führt auch zu einer Verbesserung der Staatsfinanzen. Die Forscher gehen davon aus, dass die Überschüsse in den staatlichen Haushalten weiter steigen werden. Gemessen an der Wirtschaftsleistung erwarten sie, dass im laufenden Jahr in öffentlichen Haushalten ein Überschuss von 0,7 Prozent erreicht wird und im kommenden Jahr von 0,8 Prozent. Zum Vergleich: Der Vertrag von Maastricht erlaubt den Mitgliedsstaaten der Eurozone ein Defizit in den staatlichen Haushalten von 3,0 Prozent.