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Pflegekräfte mit besonderen Belastungen wegen der Corona-Krise sollen nun auch in Krankenhäusern einen Bonus von bis zu 1000 Euro bekommen - wie Beschäftigte in der Altenpflege. Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) stellen 100 Millionen Euro bereit, um Prämien für bis zu 100 000 Klinik-Mitarbeiter zu zahlen. Darauf verständigten sich der GKV-Spitzenverband und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), wie sie am Donnerstag erklärten. Die Kliniken sollen in Abstimmung mit Mitarbeitervertretungen festlegen, wer eine Prämie bekommt und in welcher Höhe - je nachdem, wie stark Pflegekräfte in der Behandlung von Corona-Kranken eingesetzt waren.

Bonus wegen besonderer Corona-Belastungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) begrüßte die Pläne. "Viele Beschäftigte in vielen Kliniken haben maßgeblich dazu beigetragen, Corona-Patienten unter schwierigen Bedingungen bestmöglich zu behandeln. Das war ein besonderer Stress." Es sei gut, dass es nun endlich eine detaillierte Einigung gebe, diese Leistung zielgerichtet durch eine Corona-Prämie finanziell anzuerkennen. Spahn hatte beide Verbände aufgefordert, ein entsprechendes Konzept zu entwickeln. Hintergrund war breite Kritik daran, dass es bisher nur für die Altenpflege einen Bonus wegen besonderer Corona-Belastungen gibt.

"Wir sind dankbar für das große Engagement der Pflegerinnen und Pfleger bei der Versorgung von Corona-Patienten", sagte GKV-Vorstandsmitglied Stefanie Stoff-Ahnis. "Wir haben nun eine Lösung, die eine schnelle Auszahlung der Corona-Prämie an diese besonders belasteten Pflegekräfte im Krankenhaus ermöglicht." DKG-Hauptgeschäftsführer Georg Baum sagte, das Konzept mache den Weg für eine steuerfreie Anerkennungsprämie für bis zu 100 000 Kräfte besonders in der hochbelasteten Pflege frei.

"Dankbar für das große Engagement"

Den einmaligen Bonus erhalten sollen Pflegekräfte im Sinne der "Pflege am Bett", erläuterten die beiden Verbände. In begründeten Ausnahmen sollen auch andere Beschäftigte etwa in Notaufnahmen eine Prämie bekommen können. Die Mittel aus dem 100-Millionen-Euro-Topf sollen an Krankenhäuser gehen, die bis 30. September eine bestimmte Mindestzahl von Covid-19-Fällen hatten. So soll berücksichtigt werden, wie stark eine Klinik von der Pandemie betroffen ist. Denn die Krise wirkte sich unterschiedlich aus. Teils gab es besondere Vorbereitungen und Belastungen wegen Corona-Patienten in Intensivstationen. Eine Reihe anderer Behandlungen wurde aber auch ausgesetzt oder verschoben.

Die 100 Millionen Euro sollen aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds kommen, in den die Beitragszahlungen der gesetzlich Versicherten fließen. Die beiden Verbände erklärten, dass eine gesonderte Beteiligung der privaten Krankenversicherung erwartet werde. Sie appellierten zudem an die Bundesländer, die Prämie auf bis zu 1500 Euro aufzustocken. So ist es auch beim Corona-Bonus für die Altenpflege. Der Bundestag hatte Prämien von bis zu 1000 Euro im Mai beschlossen. Die Kosten werden mit einer Milliarde Euro veranschlagt - tragen soll dies vorerst die Pflegeversicherung, der Bund hat aber einen Zuschuss angekündigt. Länder oder Arbeitgeber können den Bonus auf bis zu 1500 Euro aufstocken, die steuerfrei bleiben würden.