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Das Wichtigste in Kürze:

  • US-Präsident Joe Biden ist erleichtert über das ausgebliebene Wahldebakel für seine Demokraten.
  • Über seine erneute Kandidatur will er Anfang 2023 entscheiden.
  • Die Kandidatur seines Rivalen und Vorgängers Donald Trump steht plötzlich infrage. 

Auch wenn der Ausgang der US-Zwischenwahlen noch unklar ist: Das vorhergesagte ganz große Debakel für die Demokraten von US-Präsident Joe Biden ist ausgeblieben. Weiterhin nicht ausgeschlossen ist, dass sie die Mehrheit im Repräsentantenhaus und Senat - oder zumindest in einer der beiden Kongresskammern - halten. Entsprechend erleichtert trat der Amtsinhaber am Mittwoch (09. November) im Weißen Haus vor die Presse und äußerte sich auch zu seiner politischen Zukunft.

Biden will bald über erneute Kandidatur entscheiden

Auf die Frage, ob und wann er über eine erneute Kandidatur für 2024 entscheiden wird, sagte Biden: "Meiner Meinung nach werden wir Anfang nächsten Jahres ein Urteil fällen". Der Demokrat, der in wenigen Jahren 80 Jahre alt wird, betonte, dass er grundsätzlich die Absicht habe, wieder anzutreten. Es sei aber letztlich eine Entscheidung der Familie. "Ich denke, alle wollen, dass ich kandidiere, aber wir werden es besprechen." Er empfinde keine Eile und werde eine Entscheidung nicht davon abhängig machen, was sein Vorgänger tue, sagte Biden mit Blick auf die mögliche Kandidatur von Ex-Präsident Donald Trump.

Der Republikaner Trump hatte am Vorabend der Wahl für den 15. November eine "sehr große Mitteilung" angekündigt. Allgemein wird erwartet, dass es dabei um die Ankündigung einer neuen Präsidentschaftskandidatur gehen dürfte. Der ausgeblieben Erdrutschsieg der Republikaner bei den Midterms schwächt allerdings die Position von Trump. Er hatte einige Kandidaten, wie etwa den TV-Doktor Mehmet Oz im Rennen um einen Senatssitz in Pennsylvania, unterstützt, die aber scheiterten.

Trump der größte "Verlierer" der Wahl

Innerhalb der Republikanischen Partei häufen sich deshalb die Stimmen, die gegen eine erneute Kandidatur Trumps sind. Zumal bei den Zwischenwahlen ein neuer Star der "Grand Old Party" geboren wurde. Floridas Gouverneur Ron DeSantis wurde mit haushoher Mehrheit wiedergewählt. Der 44-jährige DeSantis galt schon zuvor als größter Rivale des 76-jährigen Trump. Von manchen wird er als "Trump mit Hirn" bezeichnet. DeSantis teilt ähnlich radikale Ansichten wie Trump, ist aber frei von Skandalen. 

Ausgerechnet beim rechten TV-Sender Fox News, der Trump immer wohlgesonnen war, fand man deutliche Worte zur künftigen Leitfigur der Republikaner. Ron DeSantis ist der neue Anführer der republikanischen Partei", kommentierte dort Kolumnistin Liz Peek. "Die Republikaner sind bereit, ohne Donald Trump weiterzuziehen." Der 76-Jährige sei der größte "Verlierer" der Wahl.

Etwas Spott über seinen Vorgänger konnte sich auch Präsident Biden nicht verkneifen. Als ein Reporter bei einer Frage zu Trump behauptete, dessen Bewegung innerhalb der Republikaner sei immer noch stark, antwortete Biden schmunzelnd: "Ach ja?". 

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