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In der AfD strebt der Macht- und Richtungskampf einer Entscheidung entgegen: An diesem Samstag soll auf einem Parteitag in Hannover die Führung gewählt werden. Der Vorsitzende Jörg Meuthen will seinen Posten verteidigen. Bis kurz vor Beginn des Delegiertentreffens war aber nicht klar, wer sich sonst noch um die beiden Spitzenjobs bewirbt. Neben Meuthen hat von den bundesweit bekannten Funktionären bisher nur der Berliner Landesvorsitzende Georg Pazderski seine Kandidatur angekündigt.

Der Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Alexander Gauland, wollte eine Kandidatur gegen Pazderski zwar nicht ausschließen, legte sich bis zuletzt aber nicht endgültig fest. Pazderski, ein ehemaliger Bundeswehr-Offizier, hatte in den vergangenen Wochen vor allem im gemäßigten Lager um Unterstützung geworben.

Meuthen hat trotz seines wirtschaftsliberalen Hintergrundes viele Unterstützer im rechtsnationalen Flügel der Partei. Er leitet die AfD seit dem Ausscheiden von Frauke Petry alleine.

AfD-Gegner mobilisieren sich

Politiker von SPD und Grünen bekräftigten ihre Forderung nach Überwachung der AfD durch den Verfassungsschutz - auch im Hinblick auf Bestrebungen einzelner AfD-Politiker, die Partei für die rechtsextreme und bereits beobachtete «Identitäre Bewegung» zu öffnen. Er sei schon immer dafür gewesen, sagte SPD-Vize Ralf Stegner dem «Handelsblatt». Der Innenexperte der Grünen-Bundestagsfraktion, Konstantin von Notz, hält das ebenfalls für «durchaus berechtigt».

Die Polizei rechnet während des zweitägigen Parteitages mit Straßenblockaden und Krawallen von AfD-Gegnern. Der Veranstaltungsort, das Kongresszentrum in Hannover, wird deshalb unter anderem mit Stacheldraht geschützt. Zu den beiden größten angemeldeten Kundgebungen werden rund 8500 Teilnehmer erwartet. Eine erste Demonstration mit etwa 1000 Teilnehmern blieb am Freitagabend weitgehend friedlich.