- Bildquelle: Ahn Young-Joon/AP/dpa © Ahn Young-Joon/AP/dpa

Das Wichtigste in Kürze:

  • In Seoul hat es bei Halloween-Feierlichkeiten Tote und Verletzte gegeben.
  • Auslöser war eine Massenpanik.
  • Präsident Yoon Suk Yeol rief eine landesweite Trauerzeit aus.

Eine Massenpanik riss Samstagnacht während Halloween-Feiern in Seoul mehr als 150 Menschen in den Tod. Bis zum späten Sonntagabend (Ortszeit) seien nach aktualisierten Angaben der Feuerwehr 154 Menschen für tot erklärt worden, berichteten südkoreanische Sender. Auch die Zahl der Verletzten sei bei der Katastrophe im beliebten Ausgehviertel Itaewon erneut nach oben korrigiert worden; von zuvor 103 auf mehr als 130. 

Präsident Yoon Suk Yeol ordnete eine gründliche Untersuchung an und rief eine landesweite Trauerzeit aus. Sie soll bis zum nächsten Samstag dauern. 

Kein Entkommen aus den engen Gassen

Das Massenunglück ereignete sich in einer engen, abschüssigen Gasse, als auf den Straßen des Viertels extremes Gedränge herrschte. Die etwa vier Meter breite Gasse wurde für vorwiegend junge Feiernde zur Falle, der sie offenbar nicht entkommen konnten: Zahlreiche Menschen seien auf den Boden gestürzt, während andere von oben nachgedrängt hätten, berichteten Augenzeugen. Viele der Opfer seien erstickt oder erdrückt und niedergetrampelt worden. 

Unter den Todesopfern der Massenpanik befanden sich laut neuen Zahlen der Feuerwehr auch 26 Ausländer. Die Opfer stammten demnach aus China, dem Iran, Russland, den USA, Frankreich, Australien, Vietnam, Usbekistan, Norwegen, Kasachstan, Sri Lanka, Thailand und Österreich. Nach Angaben der südkoreanischen Stellen gebe es unter den Todesopfern keine deutschen Staatsangehörigen, hieß es aus der deutschen Botschaft in Seoul. Die Identifizierung der Verletzten war demnach noch nicht vollständig abgeschlossen. Auch ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin erklärte, für eine abschließende Einschätzung sei es noch zu früh.

Südkoreas Präsident in tiefer Trauer

"Das ist wirklich schrecklich", sagte Präsident Yoon in einer Rede an die Bürger am Sonntag. Solch eine Tragödie im Zentrum von Seoul hätte niemals passieren dürfen. Als Präsident, der für das Leben und die Sicherheit der Bürger verantwortlich sei, fühle er tiefe Trauer. Yoon, der auch den Unglücksort besuchte, erklärte laut Yonhap später den betroffenen Stadtteil zur speziellen Katastrophenzone. Dadurch soll unter anderem den Hinterbliebenen der Opfer und den Verletzten schneller Hilfe zugute kommen.

Seouls Bürgermeister Oh Se-hoon, der derzeit auf Besuch in Europa ist, soll laut Yonhap seine sofortige Rückkehr angekündigt haben. Die genauen Gründe für die Tragödie waren zunächst noch unklar.

Internationale Bestürzung: Auch Scholz drückt Mitgefühl aus

Die Tragödie in Seoul sorgt derzeit international für Entsetzen. Bundeskanzler Olaf Scholz äußerte sich am Samstagabend bestürzt. "Die tragischen Ereignisse in Seoul erschüttern uns zutiefst", schrieb der SPD-Politiker auf Twitter mit. "Unsere Gedanken sind bei den vielen Opfern und ihren Angehörigen. Das ist ein trauriger Tag für Südkorea. Deutschland steht an ihrer Seite."

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kondolierte Yoon. "Mit tiefer Bestürzung und Fassungslosigkeit habe ich von dem verheerenden Unglück in Itaewon erfahren, bei dem so viele Menschen ihr Leben verloren haben", schrieb Steinmeier. Deutschland sei der Republik Korea eng verbunden und stehe "in dieser dunklen Stunde" an deren Seite.

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa