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Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine neue Studie liefert alarmierende Daten zur Pflanzenvielfalt in Deutschland.
  • Nur wenige Arten konnten einen positiven Bestandstrend vorweisen.
  • Rund 40 Prozent mehr Verlierer als Gewinner gab es insgesamt.

Ist die Pflanzenvielfalt in Deutschland gefährdet? Neue Zahlen geben nun Anlass zur Sorge um die Natur des Landes.
Eine Studie der Universität Halle zeigt, dass unter insgesamt 1800 Pflanzenarten nur etwa 719 einen positiven Bestandstrend vorweisen konnten, wie die dpa berichtet. Konkret bedeutet das: Es gab rund 40 Prozent mehr Verlierer als Gewinner. 

Verlust von Biodiversität kein neues Phänomen

"Es ist ein bisschen wie an der Börse", so Helge Bruelheide, Geobotaniker an der Universität in Halle. "Die Verluste verteilen sich auf viele kleine Verlierer, die Gewinne streichen wenige große Unternehmen ein."

Was die Daten auch belegen: Der Verlust der Biodiversität in der Pflanzenwelt ist kein neues Phänomen. Das stärkste Ungleichgewicht zwischen Gewinnen und Verlusten gab es der Studie zufolge zwischen Ende der 1960er Jahre und dem Beginn des 21. Jahrhunderts. "Eingeläutet wurde diese Phase durch die starke Intensivierung der Landnutzung", so Bruelheide. Inzwischen seien sogar Erfolge von Naturschutzmaßnahmen sichtbar. So habe sich der nach wie vor anhaltende negative Trend etwas abgeschwächt.

Experten warnen

Auch der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) zeigt sich angesichts dieser Entwicklungen alarmiert: "Grundsätzlich lässt sich sagen, je mehr Arten verloren gehen, desto mehr gerät das Ökosystem aus dem Gleichgewicht", so ein Sprecher.
Die Sorge: Eine Abnahme der Pflanzenarten wirke sich direkt auf die Tierarten aus, die diese Pflanzen als Nahrungsquelle oder Lebensraum nutzen.
Für Helge Bruelheide ist ein klarer Schluss zu ziehen: "Wir müssen alles schützen, was an seltenen Habitaten noch da ist."
Von einigen Pflanzen gebe es nur noch so wenige Exemplare, dass man sie im niedrigen dreistelligen Bereich zählen könnte. "Diese Entwicklung muss gestoppt werden."
Auch der Nabu-Sprecher Deutschland betont, man benötige mehr und besser gemanagte Schutzgebiete, damit Populationen geschützte Rückzugsorte finden und in denen seltene Arten überleben können. Vor allem sei eine Reduktion der Pestizide notwendig. Auch die Bemühungen Flüsse wieder zu renaturieren müssten weiter gehen. "In jedem Fall besteht großer Handlungsbedarf."

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa