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Das Wichtigste in Kürze:

  • Virologe Streeck rechnet mit mehr Infektionen wegen Fußball-WM.
  • Wegen Winter-WM werden Fans vor allem in Innenräumen gemeinsam die Spiele schauen.
  • Streeck rät zur Bildung von "Guck-Familien".

Als erste Fußball-Weltmeisterschaft überhaupt findet das Turnier in Katar (ab 20. November) nicht im Sommer, sondern im Herbst und Winter statt. Das gemeinsame Schauen der Fans beim Public Viewing auf Plätzen oder im Biergarten fällt in den kalten Monaten eher aus. Vielmehr wird sich alles in Innenräume verlagern - und das kann gesundheitliche Folgen für Fußballfans in Deutschland haben. Der Bonner Virologe Hendrik Streeck rechnet mit einem Anstieg von Infektionserkrankungen, wenn viele Menschen gemeinsam die WM-Spiele verfolgen.

Streeck: Mehr Infektionen wegen Winter-WM

"Wir können nicht mehr - wie in den vergangenen Jahren - draußen im Freien die Spiele schauen, zum Beispiel beim Public Viewing, sondern werden in Innenräumen sein", sagte Streeck der dpa. Dabei sitze man eng zusammen, die Belüftung sei oft schlecht. Zudem falle die Verlagerung genau in eine Zeit, in der sowieso vermehrt Infektionen zu beobachten seien - nicht nur mit Corona. Daher rechne er während der WM mit mehr Erkrankungen.

Allerdings rät Streeck, der schon während der Corona-Pandemie nicht zu den Verfechtern einer ganz harten Linie zählte, zu Pragmatismus. "Ich glaube, dass wir damit umgehen können werden." Es gehe dann um "Eigenverantwortung" und darum, das Bewusstsein zu schärfen.

"Wenn man Husten und Schnupfen bekommt, sollte man nicht seine Oma im Altenheim besuchen", nannte Streeck als Beispiel. Wenn man vorsichtig sein wolle, könne man sich auch eine Gruppe suchen, mit der man immer gemeinsam Fußball schaue. "Sozusagen eine 'Guck-Familie'", so Streeck. "Das kann eindämmen, dass sich Infektionen über einen gewissen Kreis hinaus verbreiten."

Experte rät zu "Guck-Familien"

Die Corona-Inzidenz in Deutschland sinkt aktuell. Am Dienstag (8. November) gab das Robert Koch-Institut (RKI) die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz mit 282,9 an. In der Vorwoche lag der Wert bei 351,7, im Vormonat bei 635,7.) Allerdings liefern diese Angaben nur ein sehr unvollständiges Bild der Infektionszahlen. Experten gehen seit einiger Zeit von einer hohen Zahl nicht vom RKI erfasster Fälle aus - besonders weil bei weitem nicht alle Infizierte einen PCR-Test machen lassen. Nur positive PCR-Tests zählen in der Statistik. 

Die Fußball-WM 2022 in Katar wird am 20. November eröffnet. Das Finale ist kurz vor Weihnachten geplant - am 18. Dezember. Das Turnier ist aus unterschiedlichen Gründen umstritten. Katar steht wegen Menschenrechtsverletzungen und dem Umgang mit ausländischen Arbeitern stark in der Kritik.

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa