- Bildquelle: dpa © dpa

Von der befürchteten Corona-Herbstwelle ist aktuell noch nicht viel zu sehen. Vier Bundesländer reagieren nun und haben sich nach Angaben des baden-württembergischen Gesundheitsministeriums darauf verständigt, die Isolationspflicht für Corona-Infizierte aufzuheben. Das meldet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Es handelt sich um Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Schleswig-Holstein, wie das Ministerium am Freitag mitteilte. In diesen Ländern sollten "zeitnah" neue Regelungen in Kraft treten, die Details würden derzeit ausgearbeitet.

Künftig müssen sich also Corona-Infizierte in den vier Bundesländern nicht mehr in häusliche Isolation begeben. Es sei Zeit, den Menschen wieder mehr Eigenverantwortung zu übertragen, erklärte der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Freitag (11. November). Allerdings gelte nach wie vor: "Wer krank ist, bleibt zu Hause. Der Schutz vulnerabler Gruppen wird selbstverständlich weiterhin aufrechterhalten."

Abschaffung in Bayern bereits zum 16. November

Aus Sicht der beschließenden Länder bedarf es einer neuen Phase im Umgang mit der Pandemie, man befinde sich am Übergang zu einer Endemie. In Bayern solle die Isolationspflicht bereits zum 16. November abgeschafft werden. Außerhalb der eigenen Wohnung sollen positiv Getestete aber eine Maske aufsetzten müssen, erklärte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). "Die Entscheidung bedeutet nicht, dass wir dem Infektionsgeschehen freien Lauf lassen", so der Minister weiter. Vulnerable Gruppen sollten durch andere Maßnahmen weiter geschützt werden.

Der Entschluss der vier Bundesländer stellt gleichzeitig eine Kritik an der Politik der Bundesregierung dar. "Leider hat sich die Bundesregierung bislang einer gemeinsamen Lösung in der Isolationsfrage verweigert", so Holetschek. Bei der Entscheidung berufe man sich auf die "Erfahrungen aus Nachbarländern wie Österreich, wo es seit Sommer 2022 absonderungsersetzende Schutzmaßnahmen gibt", so die Aussage aus Baden-Württemberg. Negative Erkenntnisse seien aus diesen Ländern nicht bekannt.

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagentur dpa