- Bildquelle: iStock © iStock

Küssen? - Lieber nicht!

Schmetterlinge im Bauch, Leichtigkeit im Kopf - ein leidenschaftlicher Kuss sorgt für die Ausschüttung zahlreicher Hormone und hinterlässt bei uns ein gutes Gefühl. Kaum zu glauben also, dass es Länder gibt, in denen der Kuss nicht Ausdruck von Sinnlichkeit und Erregung ist. Tatsächlich haben Forscher der Universität von Indiana herausgefunden, dass romantische oder leidenschaftliche Küsse in etwa der Hälfte aller Kulturen auf unserer Erde gar nicht vorkommen oder zumindest nicht in der Öffentlichkeit praktiziert werden. In manchen Kulturen gilt ein Kuss sogar als eklig und wird anderswo als regelrechtes Tabuthema behandelt. Fest steht, dass stärker industrialisierte Länder einen deutlich größeren Hang zum romantischen Kuss haben, als beispielsweise diverse Regionen Afrikas oder Mittel- und Südamerikas.

Küsse zur Begrüßung

Unter den verschiedenen Kussarten nehmen die unterschiedlichen Küsse zur Begrüßung einen großen Stellenwert ein. Sie können zwar nicht unbedingt mit romantischen Küssen verglichen, müssen bei den Kusstraditionen unterschiedlicher Länder aber unbedingt aufgeführt werden: In vielen Ländern gehören die traditionellen Begrüßungsküsse einfach zum guten Ton. Unsere Nachbarn in Frankreich geben sich zur Begrüßung gleich mehrere Küsse auf die Wangen und auch in Russland werden gern und häufig Wangenküsse ausgetauscht. Während es in Frankreich zwei bis vier Wangenküsse sein können, drückt man sich in Russland immer drei Bussis auf die Wange. Und wer sich gerade besonders wohlfühlt, der gibt sich dort zusätzlich auch gern schon mal als Zeichen der Freundschaft und Verbundenheit einen dicken Schmatzer auf den Mund. In Indien zum Beispiel kommt das dagegen eher selten vor. Dort sind selbst in den schwülstigen Bollywood-Filmen nur sehr selten Küsse zu sehen - weder zur Begrüßung, noch als Ausdruck romantischer Gefühle.

Besondere Küsse und Kussrituale

Der Kuss auf die Wange, ein Kuss auf die Stirn oder auch der immer etwas förmlich wirkende Handkuss, wie er heute noch in Österreich vorkommt, ist uns allen bekannt. Die meisten von uns haben außerdem auch eine ziemlich genaue Vorstellung davon, wie der perfekte Zungenkuss abzulaufen hat. Doch was genau ist eigentlich ein Eskimokuss, bei dem sich die Lippen überhaupt nicht berühren? Die meisten Menschen wissen, dass ein Eskimokuss eine Art Nasenkuss ist, bei dem sich nicht die Lippen berühren, sondern die Nasen aneinander gerieben werden. Weniger bekannt ist jedoch, dass dieser besondere Kuss eigentlich aus Neuseeland von den Maori stammt. Dort wurde dieses besondere Kussritual, welches auch unter dem Namen "Hongi" bekannt ist, schon vor vielen Generationen praktiziert: Mund und Nase werden gegeneinander gedrückt, damit der Atem der beiden Kusspartner sich verbindet und die Seelen einander begegnen. Dieses romantische Kussritual zeigt, dass ein Kuss eine Geste des Vertrauens zwischen zwei Menschen sein kann. Und dass ein Kuss, ob leidenschaftlich oder freundschaftlich, der Seele ganz einfach guttut. Aber wie würde wohl einer der Kandidaten bei Kiss Bang Love reagieren, wenn er oder sie mit einem Eskimokuss begrüßt würde?