- Bildquelle: Daniel Leal Olivas © Daniel Leal Olivas

Schuppenflechte: Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die Schuppenflechte, auch Psoriasis genannt, ist eine nicht ansteckende, entzündliche Erkrankung.
  • Sie zeigt sich typischerweise mit rötlichen, schuppenden Hautveränderungen, die stark jucken können.
  • Schuppenflechte ist bisher nicht heilbar.
  • Mit verschiedenen Behandlungen können die Beschwerden gelindert werden.
Was genau ist Psoriasis?
Was genau ist Psoriasis? Wir haben die Fakten und verraten euch, welche Stars unter Schuppenflechte leiden. © AsiaVision

Was ist Psoriasis?

Die Schuppenflechte mit dem wissenschaftlichen Namen „Psoriasis“ ist eine erblich veranlagte, nicht ansteckende chronische Hauterkrankung. Typischerweise kommt sie in Schüben, die durch Trigger ausgelöst werden. Bei einem Schub legt der Prozess der Hauterneuerung den Turbogang ein: Statt sich wie eine gesunde Oberhaut, innerhalb von 28 Tagen zu erneuern, verkürzt sich dieser Prozess auf nur 4 bis 5 Tage. Viel zu schnell bilden sich neue Hautzellen, dabei können die toten Hautzellen gar nicht so schnell abgestoßen werden und liegen in Schuppen auf der Haut. Die Flecken können punktartig über den ganzen Körper verstreut sein oder großflächig ganze Körperteile bedecken. Psoriasis tritt altersunabhängig auf, aber erscheint häufig zum ersten Mal in der 2. Altersphasen. Nach diesen Altersphasen wird in Typ 1 und Typ 2 unterschieden.

  • Psoriasis Typ 1 tritt erstmalig vor dem 40. Lebensjahr auf, häufig zwischen dem 15. und dem 25. Lebensjahr. Die Ursache für die Schuppenflechte Typ 1 ist meist eine genetische Veranlagung, der Verlauf gestaltet sich eher schwer und neigt zu vielen Rückfällen. Etwa 75 Prozent der Betroffenen leiden unter Typ 1.
  • Psoriasis Typ 2 tritt nach dem 40. Lebensjahr, meistens zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr erstmalig auf. Die Form wird nicht vererbt und verläuft eher stabil, ohne große Rückfallneigung. Sie betrifft etwa 25 Prozent der Betroffenen.

Psoriasis: Verschiedene Arten von Schuppenflechte

Es gibt verschiedene Arten der Schuppenflechte, die häufigste Form ist Psoriasis vulgaris, die etwa 80 Prozent der Fälle betrifft. Manchmal tritt Psoriasis in Hautfalten auf, diese Form wird als Psoriasis inversa bezeichnet. Die Haut verändert sich in der Leisten- oder Gesäßfalte, unter den Achseln, in der Genitalregion oder bei Frauen unter oder zwischen den Brüsten. Die Haut zeigt keine Schuppen, sondern ist eher feucht. Bei Psoriasis pustulosa bilden sich zusätzlich mit Eiter gefüllte Bläschen auf der Haut, die jedoch nicht ansteckend sind. Bei Psoriasis-Arthritis treten als Folge der Schuppenflechte auf der Haut, zusätzlich chronische Entzündungen an Gelenken, Sehnen und der Wirbelsäule auf. Vor allem bei Kindern und Jugendlichen tritt die Psoriasis guttata auf, der akute großflächige Hautausschlag ist von punktförmigen Papeln besetzt. Sie tritt meist infolge einer Streptokokken-Infektion auf und kann nach einigen Wochen oder Monaten vollständig ausheilen.

Schuppenflechte: Das sind die Ursachen der Krankheit

Die auslösenden Ursachen für Psoriasis sind bisher nicht abschließend erforscht. Fest steht, dass die Veranlagung zur Entwicklung der Schuppenflechte bereits im Erbgut enthalten ist, die jeweilige Ausprägung jedoch nicht vererbt wird. Bei nicht allen, die die Anlage in sich tragen, bricht die Krankheit tatsächlich aus. Andersherum ist es auch möglich, dass die Eltern nicht von der Schuppenflechte betroffen sind, diese aber beim gemeinsamen Kind in Erscheinung tritt. Zum Ausbruch der Krankheit kommt es jedoch erst, wenn neben der genetischen Veranlagung Trigger ins Spiel kommen. Die auslösenden Faktoren lassen das Immunsystem entgleisen und führen zu den typischen Entzündungen auf der Haut.

Arten von Schuppenflechte
An den Ellenbogen, Händen und mehr – welche Arten es von Schuppenflechte gibt, lest ihr hier. © Piyapong Thongcharoen

Typische Trigger von Schuppenflechte

  • Infektionen wie Masern, grippaler Infekt, HIV-Infektion oder chronische Entzündungen
  • seelischer Stress durch familiäre, soziale oder berufliche Belastung
  • hormonelle Umstellungen wie Pubertät, Schwangerschaft oder Wechseljahre
  • Hautverletzungen wie Schnittwunden, Verbrennungen, Sonnenbrand, zu heftiges Kratzen
  • bestimmte Medikamente, zum Beispiel Betablocker, ACE-Hemmer, Lithiumsalze, Malaria- oder Rheumamittel
  • übermäßiger Alkoholkonsum und Rauchen

Schuppenflechte: Das sind die Symptome

Typisch für die gewöhnliche Schuppenflechte Psoriasis vulgaris sind scharf begrenzte, gerötete und leicht erhabene Flecken auf der Haut. Sie sind von Plaque bedeckt, einer glänzenden, silbrig-weißen Schuppenschicht, die sich leicht von der Haut ablösen lässt. Die Plaques treten häufig symmetrisch auf beiden Seiten des Körpers auf, bevorzugt an Ellbogen, Knie, Händen und Füßen. Auch eine Schuppenflechte an der Kopfhaut oder im Gesicht ist häufig. Die Größe der Plaques variiert, sie können zwischen einem und über 10 Zentimeter Durchmesser haben. Manchmal jucken die betroffenen Hautareale stark und werden dann durch Kratzen zusätzlich gereizt und verletzt.

Ellenbogen
Pflege ist das A und O! Hier erfahrt ihr, was bei Schuppenflechte hilft und wie ihr die Hauterkrankung vorbeugen könnt. © Ivan balvan

Psoriasis: So wird die Diagnose gestellt

Eine leichte Schuppenflechte kann mit einer Pilzinfektion oder Schuppenflechte verwechselt werden, diese Erkrankungen lassen sich aber durch eine Blutuntersuchung oder Gewebeproben ausschließen. Eindeutig lässt sich die Schuppenflechte am sogenannten „blutigen Tau“ erkennen, das ist eine punktförmige Blutung, die entsteht, wenn eure Ärztin oder euer Arzt die Schuppen und das dünne darunterliegende Häutchen löst. Bei der Untersuchung wird auch der Schweregrad der Psoriasis eingeschätzt, er richtet sich danach, wie viel Haut betroffen ist. Bei einer leichten Psoriasis sind unter 5 Prozent der Haut betroffen, bei einer mittelschweren 5 bis 10 Prozent, bei einer schweren über 10 Prozent. Ist die Schuppenflechte an der Kopfhaut, Händen, Nägeln, Füßen oder empfindlichen Körperstellen, oder wird die Lebensqualität stark beeinträchtigt, liegt immer eine mittelschwere oder schwere Schuppenflechte vor.

Schuppenflechte: So lässt sie sich behandeln

Die Schuppenflechte ist eine Autoimmunkrankheit, die nicht heilbar, aber behandelbar ist. Mit der richtigen Behandlung können die Symptome gelindert, die Plaques schneller abheilen, die akuten Krankheitsphasen verkürzt und neue Schüben möglichst vermieden werden. Die Therapie richtet sich auf eine Linderung und das Abheilen der Symptome, eine Verkürzung der akuten Krankheitsphase und die Vermeidung neuer Schübe. Zur Behandlung gibt es verschiedene Möglichkeiten, die einzeln, kombiniert oder auch abwechselnd angewendet werden.

Creme
Diagnose Schuppenflechte: Was hilft hier und worauf solltet ihr achten? Wir haben die Antworten. © fizkes

Basistherapie zur Hautpflege

Die Basistherapie ist eine intensive Hautpflege, mit rückfettenden Salben, Cremes, Lotionen, Duschölen und Ölbädern. Diese sollten durchgängig angewendet werden, also auch während beschwerdefreier Zeiten, denn sie hält die Haut geschmeidig und lindert den Juckreiz. Hinzu kommen Salben oder Cremes mit Harnstoff oder Salicylsäure, die bei der Hautschuppung helfen können.

Medikamente zum Auftragen

Eine leichte Schuppenflechte bekommt ihr mit Medikamenten zum Auftragen gut in den Griff. Cremes, Salben, Lotionen oder Schaum mit Kortison als Wirkstoff oder Vitamin-D3-Analoga wirken stark entzündungshemmend und können akute Entzündungen effektiv bekämpfen. Kortison sollte jedoch nicht über einen längeren Zeitraum täglich angewendet werden, da sonst die Haut langfristig Schaden nehmen kann.

Körper- und Hautpflege
Es gibt Medikamente, Cremen und mehr – welche Methode als Heilmittel gegen Schuppenflechte helfen, findet ihr hier. © Prostock Studio

Lichttherapie hemmt die Entzündung

Durch die Bestrahlung der Plaques mit ultraviolettem (UV-)Licht kann die Entzündung der Haut gehemmt und die Zellteilung verlangsamt werden. Mit speziellen Medikamenten kann die Haut lichtempfindlicher gemacht werden, sodass besonders bei mittelschwerer und schwerer Ausprägung der Schuppenflechte gute Ergebnisse erzielt werden können. Die Lichttherapie wird häufig eingesetzt, wenn sich die Beschwerden mit kortisonhaltigen Salben nicht bessern.

Medikamente zum Einnehmen

Mit Medikamenten zum Einnehmen und Spritzen wird die systematische Therapie durchgeführt. Die Medikamente greifen gezielt in das Immunsystem ein und hemmen die Abwehrreaktionen. Sie werden erst dann verabreicht, wenn sich das Hautbild durch kortisonhaltige Cremes oder Lichttherapie nicht deutlich verbessert. Verschiedene Wirkstoffe sind gut und schnell wirksam, können jedoch schwere Nebenwirkungen haben. Deshalb werden individuell die Vorteile gegen die Risiken abgewogen und eine geeignete systematische Therapie von eurer Ärztin oder eurem Arzt zusammengestellt.

Die richtige Ernährung
Achtet auf eine ausgewogene und vor allem gesunde Ernährung – aber auch auf Unverträglichkeiten. © AleksandarNakic

Schuppenflechte: Ist Vorbeugung möglich?

Da die Schuppenflechte eine erbliche Veranlagung hat, gibt es keine Maßnahmen, mit denen ihr der Schuppenflechte vorbeugen könnt. Aber eine angepasste Lebensweise kann die Wahrscheinlichkeit von Krankheitsschüben verringern und damit die Lebensqualität verbessern. Dazu ist es wichtig, die Trigger zu kennen und sie zu vermeiden. Denn welcher Trigger bei euch persönlich einen Schub auslöst, ist individuell ganz unterschiedlich. Versucht daher ganz genau zu beobachten, in welchen Situationen sich die Symptome der Schuppenflechte verschlimmern. Eine speziell empfohlene Ernährung bei Psoriasis gibt es nicht, denn auch hier gilt, dass jede:r für sich persönlich herausfinden muss, welche Nahrungsmittel die Symptome verstärken.

Das Leben mit einer Schuppenflechte

Wenn ihr von Psoriasis betroffen seid, wisst ihr, dass das Leben mit der Krankheit sehr belastend sein kann. Die tägliche aufwendige Hautpflege und häufige Behandlungen sind zeitaufwendig und lassen sich manchmal nur schwer mit anderen Verpflichtungen vereinbaren. Dazu kommt der Juckreiz, der nachts vom Schlafen abhält und tagsüber für Müdigkeit und Erschöpfung sorgt. Umso mehr wissen wir es zu schätzen, dass sich auch bekannte Stars offen zu ihrer Krankheit bekennen und damit anderen betroffenen Menschen Mut machen!

FAQ Schuppenflechte
Von der richtigen Ernährung bis hin zur Körper- und Hautpflege – im Beauty-Artikel lest ihr, was ihr gegen Schuppenflechte tun könnt. © Daniel-de-la-Hoz

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