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A wie Agender

Als Agender bezeichnen sich Personen, die sich mit keinem der biologischen Geschlechter identifizieren. Das unterscheidet sie von nicht-binären Menschen, die sich in ihrer Identität häufig zumindest teilweise darüber definieren.

B wie Bicurious

Bicurious, auf Deutsch bi-neugierig, sind Menschen, die sich selbst als heterosexuell bezeichnen, jedoch grundsätzlich Interesse an homosexuellen Erfahrungen haben. Sie können oder wollen ihre sexuelle Identität (noch) nicht als bisexuell definieren.

C wie Coming-Out

Das Coming-Out gehört zu den wichtigsten Momenten im Leben einer queeren Person. Ab diesem Zeitpunkt steht die Person vor anderen offen zu ihrer Geschlechtsidentität oder sexuellen Orientierung. Übrigens: Ein Coming-Out kann auch mehrfach stattfinden, beispielsweise, wenn sich vormals Bisexuelle mit der Zeit als pansexuell identifizieren.

D wie Deadname

Der sogenannte Deadname ist der Name, den eine Trans*-Person noch vor oder bereits nach ihrer Geschlechtsangleichung abgelegt hat. Der alte Name, der bei der Geburt vergeben wurde, wird durch einen neuen ersetzt.

E wie Emanzipation

Ursprünglich steht der Begriff Emanzipation für das Bestreben der Gleichstellung von Mann und Frau. Auch queer lebende Menschen nutzen den Ausdruck heute für sich, um unter anderem auch Trans*frauen oder Intersexuellen in diesen Gesellschaftsprogress einzubinden.

F wie FINTA*

Mit dem Begriff FINTA* sind alle Frauen, Inter, Nicht-Binäre, Transgender*, Agender und nicht-maskulinen Personen angesprochen. Der Begriff wird gern für Veranstaltungen mit geschlossenem Teilnehmerinnen-Kreis oder bei der Besetzung von Gremien verwendet.

G wie Genderfluid

Genderfluid ist jemand, die oder der sich nicht einem Geschlecht dauerhaft zugehörig fühlt. Die Person wechselt immer wieder zwischen den Geschlechtern und spielt teilweise aktiv mit sozialen Normen und Verhaltensregeln. Achtung: Intersexuelle Menschen sind nicht automatisch genderfluid.

H wie Heteronormativität

Die Heteronormativität beschreibt, dass Heterosexualität in der Gesellschaft als die Norm gesehen wird. Mit dieser Weltanschauung geht eine binäre Aufteilung der Geschlechter in Frau und Mann einher.

I wie Inter

Intersexuelle Menschen haben Geschlechtsmerkmale, die nicht der binären Unterteilung in Mann oder Frau entsprechen. So kann es beispielsweise sein, dass eine Person zwar eine Vulva, gleichzeitig jedoch innenliegende Hoden hat.

In den wenigsten Fällen besteht bei Intersexuellen eine biologische Begründung für eine Operation, bei der die Genitalien eines Geschlechts entfernt werden. Trotzdem wird dieser Eingriff häufig bereits im Säuglings- und Kindesalter durchgeführt. Dies zieht teilweise starke psychologische Probleme nach sich.

K wie Kink

Kinks bezeichnen nicht-normative sexuelle Praktiken. Die Mehrheit der heteronormativen Gesellschaft kennt oder nutzt die Praktiken nicht, in der queeren Community kommen sie dagegen – angeblich – häufiger vor.

L wie Label

Ein Label nutzen (queere) Menschen, um sich selbst einer bestimmten Geschlechtsidentität oder sexuellen Orientierung zuzuordnen. So sind "trans*", "non-binary" oder "asexuell" Beispiele von Labels. Wichtig: Nicht jede Person identifiziert sich mit einem bestimmten Label.

M wie Misogynie

Das Wort Misogynie setzt sich aus den griechischen Wörtern misos (Hass) und gyne (Frau) zusammen. Misogyne Personen sind frauenfeindliche bzw. -hassende Männer. Sie sehen das weibliche Geschlecht als dem männlichen untergeordnet an.

N wie Novosexualität

Novosexuelle Personen können oder wollen ihre Sexualität nicht genau definieren. Der Grund: Ihre sexuelle Orientierung ändert sich immer wieder. Das kann unter anderem bei nicht-binären oder genderfluiden Menschen der Fall sein.

O wie Othering

Beim Othering grenzen sich soziale Gruppen oder Personen von anderen ab. Dabei werden die Verhaltensweisen der anderen betont als "fremd" oder falsch bezeichnet. Die Diskriminierung von queeren Menschen durch die heteronormative Gesellschaft kann als eine Form von Othering gesehen werden.

P wie Passing

Das Passing beschreibt, ob eine Person von anderen als Mitglied des Geschlechts gesehen wird, mit dem sie sich identifiziert. Dazu tragen neben körperlichen Merkmalen auch charakterliche Eigenschaften bei. Vor allem ist das Passing für trans*idente Menschen vor und nach ihrer Geschlechtsanpassung wichtig.

Q wie Queer-Theorie

Die Queer-Theorie findet seit den 1990er Jahren in den verschiedensten Wissenschaftsdisziplinen von Gender Studies über Jura hin zu Kommunikationswissenschaften statt. Sie untersucht das Zusammenspiel von sexuellem Begehren, dem biologischen Geschlecht und dem sozialen Geschlecht und ordnet dieses in die jeweilige Disziplin ein.

R wie Rosa Liste

Auf der Rosa Liste wurden bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts Daten über angeblich homosexuelle Männer behördlich gesammelt. Dies geschah unter dem Vorwand der Verbrechensprävention. Heute treten unter anderem in München Politiker:innen als Rosa Liste an, um sich für die Rechte von LGBTIQ* einzusetzen.

S wie Skoliosexualität

Skoliosexuelle Menschen fühlen sich von nicht-binären Personen sexuell oder romantisch angezogen.

T wie TERF

Die Abkürzung TERF stammt aus dem Englischen und steht für Trans-Exclusionary Radical Feminism. Der Begriff wird demnach Frauen zugeschrieben, die zwar radikale Feministinnen sind, Trans*Frauen jedoch nicht als Teil von ihnen sehen und diese ausschließen.

U wie Unterdrückung

Auch im Jahr 2021 haben viele Mitglieder der LGBTIQ*-Community mit Unterdrückung und Diskriminierung zu kämpfen. In fast 70 Ländern werden queere Menschen noch immer strafrechtlich verfolgt, manchmal droht sogar die Todesstrafe. Viele Vereine und Verbände setzen sich dafür ein, in diesen Staaten Aufklärung zu betreiben und betroffenen Menschen vor Ort Hilfe zu bieten.

V wie Visibility

Visibility bzw. Sichtbarkeit wird von queer lebenden Personen als einer der wichtigsten Ansätze gesehen, um die heteronormativen Strukturen der Gesellschaft aufzubrechen. Gefordert wird, dass die Gesellschaft in Bereichen wie Arbeit, Medien oder Politik so divers abgebildet wird, wie sie wirklich ist.

W wie Weiblichkeit

Weiblichkeit definiert sich nicht nur über das biologische Geschlecht. Auch biologisch gesehen männliche Personen können gesellschaftlich weiblich gesehene Charaktereigenschaften oder körperliche Züge haben.

Z wie Zugewiesenes Geschlecht

Jedem Kind wird nach der Geburt ein bestimmtes Geschlecht zugewiesen. Dieses Geschlecht wird auf der Geburtsurkunde eingetragen und kann mitunter über die soziale und gesellschaftliche Entwicklung des Kindes bestimmen.