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Mit schönster Regelmäßigkeit steht uns alle paar Monate eine neue „Bravo Hits“-Wundertüte ins Haus – und das übrigens schon seit 1992. Die 113. Ausgabe ist nun diejenige, die uns alle vergnügt durch den Frühling und damit beschwingt in den Sommer bringen soll. Zumindest scheint es ein wenig so, als hätten die Pop-Trüffelschweine der „Bravo Hits“-Redaktion vor allem die Songs ins Visier genommen haben, die das Zeug hätten, in den nächsten Monaten zu veritablen Sommerhits zu werden. Dabei wird mal wieder deutlich, wie bunt gemischt die Charts-Landschaft heutzutage ist – von aggressivem Trap-Rap bis zu Seemannsliedern ist diesmal alles dabei.

Der Song, der nicht nur diesen Sommer wehrlose junge Menschen in unmoralische Partytiere verwandeln wird, ist natürlich „Montero (Call Me By Your Name)“ von Lil Nas X. Seine von konservativen Angstschreien und Empörungswellen befeuerte Erfolgssingle habe ja – laut christlich-konservativen Fundamentalisten – sogar die Macht, straighte Hetero-Menschen auf die queere, also in deren Lesart, die dunkle Seite zu ziehen. Etwas smoother, aber ebenfalls charmant sündig, ist wieder Justin Bieber, der hier mit „Peaches“ feat. Daniel Caesear und Giveon vertreten ist. Cardi B ist natürlich auch wieder „Up“, wenn es darum geht, Spießern rote Ohren zu verpassen. Bad Ass Miley Cyrus wiederum klingt diesmal durchaus klassisch mit ihrer Rockballade „Angels Like You“. Als neue Balladen-Königin empfiehlt sich Shooting Star Olivia Rodrigo, die sich mit starken Songs wie „deja vu“ aus dem Hype um ihre Rolle in der Disney-Serie „High School Musical“ freispielt und beweist, dass von ihre noch Großes zu erwarten ist.

Die Party-Klassiker für jedes Wochenende des Jahres (es sei denn es wird ein ruhiges) heißt „Friday“ und stammt von Riton, Nightcrawlers, Mufasa & Hypeman und Dopamine. Ausgerechnet Party Animal David Guetta zeigt sich allerdings fast melancholisch mit dem sehr gelungenen „Floating Through Space“, das von Sia gesungen wird.

Die Sonne im Gesicht hat man auch bei Sturm und Regen, wenn Alvaro Soler Musik macht: Der spanisch-deutsche Songwriter besingt in „Magia“ die Magie des Lebens – und tut das wieder mit einer Wärme und Hingabe, die Herz und Haut wärmt. Apropos Haut:

Richtig unter die Haut geht das Lied, das Pink mit ihrer Tochter Willow Sage Hart singt. „Cover Me In Sunshine“ heißt es, was eh das Motto der nächste Monate sein sollte, und ist eine wunderschöne Pop-Ballade, der man die Familienangelegenheit anmerkt. Selbst die Glass Animals, sonst ja eher für Musikexpress- als für Bravo-Leser, machen sich mit „Heat Waves“ sehr gut auf dieser Compilation. Aber warum auch nicht? Die Songs der Indie-Helden waren schon immer sehr popverliebt und zeitgemäß, da wird man sich die jetzt mal mit dem großen Charts-Publikum teilen müssen.  Für die eher außergewöhnlichen Momente sorgt derweil Nathan Evans, der den „Wellerman“ in die Jetztzeit holte, damit wir alle noch mal merken, dass man Seemannslieder sehr gut leicht angetrunken in die Sommernacht grölen kann.