Schlüpferstreit: Triumph über Lady Gaga und Beyoncé
12.02.2010
Weil Beyoncés Dessous im Clip zu "Video Phone" den Entwürfen eines Designers ähnelten, verklagte der Münchner Wäschehersteller Triumph das Label Sony Music. Ein Gericht gab den Klägern nun Recht.
© Sony, Triumph International
Design-Entwurf eines Studenten
Die Dessous der Sängerin seien eine Kopie der kubistischen Entwürfe von Iskren Lozanov, einem bulgarischen Design-Studenten, behauptet Triumph. Der Student reichte sein Konzept im letzten Jahr im Rahmen des Wettbewerbs "Triumph Inspiration Award" ein und schaffte es unter die besten 28 Teilnehmer.
Seine außergewöhnliche Kreation sei daraufhin sogar in der italienischen "Vogue" zu sehen gewesen, berichtet PR Inside, und ist außerdem auf der Triumph-Webseite (siehe Surftipps) abgebildet.
Richter betonen Originalität des Entwurfs
Medienberichten zufolge habe der Anwalt von Sony Music zwar diverse Details vorgetragen, die für die Verschiedenheit der Designs sprächen. Der Richter sei jedoch von einem Gesamteindruck ausgegangen.
Begründet wurde die Entscheidung mit der starken Originalität des Triumph-Entwurfs, weshalb für das Verbot nicht unbedingt eine identische Übernahme notwendig sei.
Außergerichtliche Einigung geplatzt
Dem juristischen Weg ging eine geplatzte außergerichtliche Einigung beider Parteien voraus. Zunächst schlug Triumph als Gegenleistung die Teilnahme des US-Superstars in der Jury des nächsten Unterwäschewettbewerbs vor. Diesen Vorschlag lehnte Sony ab.
Daraufhin setzte der Wäschekonzern ein Mahnschreiben auf und erwirkte am 18. Dezember eine einstweilige Verfügung gegen den Musikkonzern. Das schwebende Verfahren entschied sich gestern für Triumph.
Der verbotene Clip