Jan Delay

Jan Delay

Jan Delay: Wir Kinder vom Bahnhof Soul

Gut zehn Jahre sind mittlerweile vergangen, seit es an der Station St. Pauli Landungsbrücken ordentlich Bambule gab. Zehn Jahre, in denen der Zug meist in gesundem Transrapidtempo Richtung Zukunft durch die Nacht rollte und dabei mehr Leute mitnahm, als man jemals zu träumen gewagt hatte. Nun ist der nächste Halt erreicht.

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Nächste Station: Bahnhof Soul. ie Themenpalette ist dabei nach wie vor die ganz große, reicht von den Kleinigkeiten des Alltags (die Liebe, die Moral, das Leben) über all jene Mechanismen, die das Universum in ihrem Innersten zusammenhalten (die nächste Clubrunde Cuba Libre, Fremdscham über Geschmacksverirrte mit Ambitionen in der nterhaltungsbranche, gute Musik). Egal ob der Delay Lama auf „Kommando Bauchladen“ die globale Schreckensherrschaft von Starkie und Pimbucks geißelt oder mit „Hoffnung“ ein Liebeslied von kristalliner Schönheit in die Booth haucht. Egal ob er auf „Oh Jonny“ das gewissenlose Arschloch um die Ecke einem kleinen Realitätscheck unterzieht, oder mit „Abschussball“ den ultimativen Soundtrack zum ganz normalen Verhalten geschlechtsreifer Großstädter zur Paarungszeit morgens um halb sieben auf der Tanzfläche liefert. Egal ob er am Meckern, am Huldigen, am Sezieren, am sich Verzehren oder einfach nur am Raven ist: Er tut es mit seiner ureigenen Sensibilität für großes Kino, dem weltfettesten Grinsen im Gesicht, und dieser Fähigkeit, die augenscheinlich schroffsten Widersprüche in vollendeter Harmonie zu vereinen wie Cap und Capper auf Afterhour. Schwarzer Humor und schwarze Mucke eben, schwarzer Block und schwarze Zahlen.