Quentin Tarantinos "Inglourious Basterds"
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"Inglourious Basterds" - Premiere in Berlin
Zur Deutschlandpremiere seines gewohnt blutigen wie schwarzhumorigen Werkes brachte Quentin Tarantino ("Pulp Fiction") am Dienstagabend, 28. Juli 2009, die ganze internationale Schauspielercrew mit ins Theater am Potsdamer Platz in Berlin. Mit langem und begeistertem Applaus feierten die rund 2000 Premierengäste Hollywoodstar Brad Pitt und seine deutschsprachigen Mitspieler Christoph Waltz, Til Schweiger, Daniel Brühl, Diane Kruger, Martin Wuttke, Sylvester Groth, Gedeon Burkhard, Christian Berkel und August Diehl.
"Das ist ein Gefühl wie Nachhausekommen!", rief Tarantino, der seinen Film über die "unrühmlichen Bastarde" sechs Monate lang in den Babelsberger Filmstudios sowie an Schauplätzen in Berlin, Brandenburg und Sachsen gedreht hatte. Auch Pitt freute sich offensichtlich, wieder in Deutschland zu sein. "Mir gefällt es hier. In Berlin habe ich viele Freunde - eine schöne Stadt, gutes Essen. Die Premiere ist eine gute Ausrede, hier zu sein." Seine Frau Angelina Jolie und die Kinder hatte der im eleganten grauen Anzug erschienene US-Star dieses Mal allerdings daheim gelassen.
Pitt spielt in dem actionreichen und subtil dämonischen Werk den Anführer einer amerikanisch-jüdischen Soldatengruppe, die Jagd auf Nazis macht und deren Skalps sammelt. Daniel Brühl verliebt sich in dem Film als NS-Kriegsheld im besetzten Frankreich in eine jüdische Kinobesitzerin. Wuttke gibt einen teuflisch lachenden Hitler. Groth spielt nach Dani Levys "Mein Führer"-Komödie bereits zum zweiten Mal Goebbels. Til Schweiger tritt als gefährlich fanatischer, deutscher Nazi-Jäger auf.
Die herausragendste und geradezu genialisch gemeisterte Rolle aber hat Christoph Waltz, der einen ebenso charmanten wie sadistischen SS-Mann verkörpert. Für diese Darstellung wurde der gebürtige Österreicher im Mai bei den Filmfestspielen in Cannes als bester Schauspieler ausgezeichnet. Am Ende des Films treffen alle Protagonisten in einem kleinen Pariser Kino aufeinander, wo ein Anschlag Hitler und seine Mannen töten soll.
Geschichte so realistisch wie möglich nachzuerzählen, das sei nicht Aufgabe des Kinos, sagte Waltz. "Ich halte es nachgerade für verantwortungslos und frevelhaft, Filme zu machen, die den Anschein erwecken sollen, von der Wahrheit zu handeln. Ich halte das für eine Bestätigung der Selbstgerechtigkeit, die einen wirklichen Umgang und eine wirkliche Aufarbeitung, die nach wie vor unerlässlich ist, verhindert." Solche Filme seien lediglich ein "Marketing-Gag", kritisierte Waltz in Anspielung zum Beispiel auf Bernd Eichingers "Der Untergang". Spielfilme seien dazu da, dem Zuschauer eine neue Perspektive auf die Wirklichkeit zu ermöglichen. Humor gehört unbedingt dazu. "Lachen ist eine fast vegetative Erleichterung von Druck." (dpa)