Golden Globes

Wenig überraschend, aber mehr als verdient...

Johnny Depp, der vergangenes Jahr als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde und somit seinem ungeliebten Bühnenauftritt entging, musste dieses Jahr als Laudator ran und fühlte sich sichtlich unwohl dabei. Den Golden Globe durfte er dann an Sally Hawkins aus „Happy-Go-Lucky“ als beste Hauptdarstellerin übergeben. Hawkins war so ergriffen, dass es eine Weile dauerte, bis sie ihre Stimme wiederfand. Die in derselben Kategorie nominierte Emma Thompson machte sich schon Sorgen und gestikulierte Hawkins, ob alles okay sei.

Golden Globes

Miss Golden Globe des Abends war Rumer Willis, die Tochter von Demi Moore und Bruce Willis. Als Mama Moore dann als Laudatorin die Bühne betrat, erklärte sie, wie stolz sie auf ihre Rumer sei, wies sie aber gleich darauf hin, die Schultern gerade zu halten.

Die Trophäe vergab Demi an den besten Nebendarsteller, die nicht überraschend aber hochverdient an den verstorbenen Heath Ledger für seine hervorragende Darstellung des Jokers in „The Dark Knight“ ging. Das Publikum erhob sich zu „Standing Ovations“ als „Batman“-Regisseur Christopher Nolan in Vertretung für Ledger den Golden Globe in Empfang nahm. „Mit großem Stolz übernehme ich den Award für Heath, dessen Tod ein tiefes Loch in die Filme der Zukunft gerissen hat. Heath hat jedoch bereits Filmgeschichte geschrieben“, so Nolan. „Alle, die das Glück hatten mit ihm zu arbeiten, vermissen ihn schmerzlich, aber er wird niemals vergessen sein.“

Für Deutschland gab es dieses Jahr keine Trophäe. „Der Baader Meinhof Komplex“ musste sich dem Animationsdrama „Waltz with Bashir“ aus Israel geschlagen geben. Regisseur Ari Folman, der berichtete, dass während der Dreharbeiten einige Babies im Team zur Welt kamen, schnitt ein sehr aktuelles Thema an: „Ich hoffe, wenn diese Kinder erwachsen sind, dass ihnen der Film wie ein lang vergangenes Videospiel erscheint und nichts mehr mit ihrer Zukunft zu tun hat."

Hollywood meets Bollywood
Mit der Vergabe für das beste Drehbuch ging auch bereits der erste Golden Globe des Abends an das Drama „Slumdog Millionaire“ - drei weitere für „Bester Original Score“ (A.R. Rahman - in Bollywood schon längst ein großer Name unter den Filmkomponisten), „Beste Regie" (Danny Boyle) und „Bester Film – Kategorie Drama“ sollten noch folgen. Schönes Detail am Rande: Der King of Bollywood Shah Rukh Khan war als erster Bollywoodstar zu den Golden Globes geladen und stellte mit Darstellerin Freida Pinto das in Bombay gedrehte Drama vor und schien dabei dem Film Glück gebracht zu haben.

Der Award für den „Besten Film – Kategorie Komödie“ ging an „Vicky Cristina Barcelona“, Hauptdarsteller Javier Bardem ging leider leer aus. Der liebenswerte Roboter Wall.E entschied die Kategorie des Animationsfilms für sich.

Steven Spielberg, der schon vergangenes Jahr den Cecil B. DeMille Award erhalten sollte, bekam ihn nun bei der diesjährigen Verleihung. Laudator und langjähriger Freund Martin Scorsese war sichtlich gerührt, als er die Rede hielt. Mit „Standing Ovations“ begleitet, übernahm Spielberg den Award und erzählte, dass Cecil B. DeMille zu den Menschen gehört, die ihn zum Film gebracht haben. „Nach 30 Jahren im Showbusiness kenn ich so viele von euch, die heute Abend hier sind“, so der Regisseur. „Ihr seid meine Inspiration – es ist eine wahnsinnige Ehre“.

Und dann waren die Golden Globe Awards 2009 auch schon so schnell wieder vorbei, wie sie begonnen haben – nachdem „Slumdog Millionaire“-Produzent Paul Smith sich bei Bombay und Indien bedankte, für den Award als „Bester Film“ - beendete Tom Cruise mit „Good night everybody“ das Spektakel. Bis es 2010 wieder heißt „And the Golden Globe goes to….“

(Bettina Kittl)

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