"The Thing" - Filmkritik

The Thing

Das Remake vom Remake

„The Thing“ ist die Wiederverfilmung des gleichnamigen, fast 30 Jahre alten John Carpenter-Klassikers, der selbst auf eine Produktion aus den frühen 50er Jahren zurückgriff. Die Version von 2011 hat dem Film des Horror-Altmeisters kaum etwas hinzuzufügen.

Ein norwegisches Forscherteam entdeckt in der Antarktis eine im Eis eingeschlossene außerirdische Kreatur. Um mehr über das Alien zu erfahren, wird die US-Paläontologin Kate Lloyd eingeflogen, die eindringlich davor warnt, voreilig eine Gewebeprobe zu entnehmen.

Stationsleiter Dr. Halvorson (Ulrich Thomsen) aber schlägt diesen Rat in den Wind...und löst so eine Katastrophe aus. Die Kreatur kann sich befreien und nistet sich nach und nach in den Körpern der 15 Team-Mitglieder ein. Dabei nimmt der Parasit jeweils die Gestalt seines letzten Opfers an. Was alsbald dazu führt, dass jeder jeden verdächtigt...

Warum überhaupt Remakes?!

Es liegt in der Natur der Sache, dass Remakes per se einen schweren Stand haben. Denn warum entschließen sich die Verantwortlichen in neunzig Prozent aller Fälle für ein Remake?

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Wohl doch, weil das Original ein großer Erfolg war, ja vielleicht sogar Kinogeschichte geschrieben hat und so zum Klassiker wurde. Von diesem originären Ruhm will man erneut profitieren.

Aber Klassiker schüttelt man auch in Hollywood nicht einfach aus der Hand. Eine Erfahrung, die schon viele Remakes machen mussten. Warum man nun glaubt, John Carpenters Horror-Klassiker „The Thing – Das Ding aus einer anderen Welt“ - im Übrigen selbst „nur“ ein, wenn auch freies Remake des gleichnamigen Science Fiction-Klassikers von Altmeister Howard Hawks – etwas Entscheidendes hinzufügen zu können, das bleibt nach Ansicht der Fassung des holländischen Regisseurs Matthijs van Heijningen weitgehend ein Rätsel.
 

Dieses Ding ist auf der Höhe der Animationskunst

Diese Fassung versteht sich zwar als Prequel zu den Ereignissen des Carpenter-Klassikers, de facto aber ist das eigentliche Handlungsgerüst dasselbe: Eine Gruppe von Menschen kämpft eingeschlossen in das natürliche Gefängnis der Antarktis gegen einen übermächtigen Gegner, der diese Gruppe nach und nach dezimiert.

Selbstverständlich steht dem Holländer van Heijningen und seinem Team fast dreißig Jahre nach Carpenter eine weitaus größere Palette an technischen Möglichkeiten zur Verfügung. Möglichkeiten, die man durchaus auch genutzt hat, um Grusel, Horror und Splatter auf eine höhere Ebene zu heben.

Klar also, dass dieses Alien-„Thing“ voll auf der Höhe des Computer- und Animationszeitalters ist. Einen wirklich neuen Aspekt aber, eine Idee, die tatsächlich dem Carpenter-Film etwas Essentielles hinzufügen würde, die sucht man vergebens. So ist „The Thing“, 2011, ein leidlich unterhaltsamer Sci-Fi-Schocker mit der einen oder anderen Unappetitlichkeit, die heute aber vom Publikum offensichtlich so sehr goutiert wird.

 

Andreas Kötter