Sein Name ist Holmes, Sherlock Holmes!

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Haubitzen gegen Meisterdetektive

Zum zweiten Mal schon schickt Englands schnellster, weil bildgewaltigster Regisseur, Guy Ritchie, Hollywoods größtes Schlitzohr, Robert Downey Jr. als Sherlock Holmes in ein Abenteuer voller Überraschungen und Sinnestäuschungen, spektakulärer Schauplätze und wilder Verfolgungsjagden.


Kein Wunder, schließlich hatte Ritchies erster Streich, „Sherlock Holmes“, weltweit fast 520 Millionen Dollar eingespielt und damit eine Fortsetzung/ein Sequel nach ähnlichen Strickmuster kaum unumgänglich gemacht. Und Ritchie lässt sich nicht lumpen. Frei nach dem Motto eines seiner früheren Filme, „Rock’n’Rolla“, inszeniert der Ex von Madonna hier ein für ihn typisches Spektakel der Holzhammermethode, bei dem zwar nicht mit Kanonen auf Spatzen, aber dafür mit Haubitzen auf Meisterdetektive geballert wird...und das im Minutentakt.

Bilder zum darin schwelgen

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Das aber kannte man so oder zumindest ähnlich schon. Was „Sherlock Holmes: Spiel im Schatten“ aber sehenswerter macht als den ohnehin schon mit den Kulissen des viktorianischen Londons glänzenden, visuell famosen Vorgänger ist die Tatsache, dass die Jagd nach dem Erzschurken Moriarty Holmes und seinen Sidekick Watson diesmal weit über britische Landesgrenzen hinaus führt.


Von England über Frankreich nach Heilbronn und in die Schweiz führt die wilde Hatz, und nahezu immer sind die Schauwerte dabei umwerfend. Ritchie setzt auf Sepia gesättigte Bilder, in denen man geradezu schwelgen möchte. Dass die eigentliche Handlung dabei oft reichlich groß gezimmert scheint, das nimmt man dabei gerne in Kauf.

So cool zu sein wie dieser Holmes, davon kann selbst James Bond nur träumen

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Auch weil wie schon im Vorgänger Robert Downey Jr. dem Affen Zucker und einen Sherlock Holmes gibt, der für jede Überraschung und jeden Machismo gut ist. Mit Downey Jr. hat die Figur des spätviktorianischen Meisterdetektivs sicher ihre perfekte Entsprechung fürs 21. Jahrhundert gefunden: So cool zu sein wie dieser Sherlock Holmes, davon kann selbst James Bond heute nur träumen.


Und eine buchstäbliche gute Figur macht auch Noomi Rapace, die als Hackerin Lisbeth Salander in der schwedischen Verfilmung von Stieg Larssons „Millenium“-Trilogie auch in Hollywood für Aufsehen gesorgt hatte und hier nun erstmals in einer Produktion aus der Traumfabrik zu sehen ist.


Eine gute Wahl der Verantwortlichen, die zunächst auch Penélope Cruz, Sophie Marceau und Bond-Girl Eva Green auf ihrer Liste gehabt haben sollen. Rapace aber beweist erneut, dass sie von einer dunklen, geheimnisvollen Aura profitiert, die Teil ihrer Persönlichkeit zu sein scheint...und zu diesem Holmes passt wie die buchstäbliche Faust aufs Auge!

Andreas Kötter